Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/cthulhy

Gratis bloggen bei
myblog.de





Not-to-do-list: Der VL-Knigge

1. Dein Charakter ist und bleibt Teil der Spielwelt.

Rollenspiel bedient sich immer eines Settings. Dieses Setting ist und bleibt der Maßstab für jegliches Spiel, dass sich darin befindet. Es ist Rahmen und gleichzeitig Bedienungsanleitung.

Dein Charakter entspringt diesem Setting, muss sich den Regeln des Settings beugen, sie annehmen. Nicht Inplay! Sondern rein Offplay. Dein Charakter darf mit dem Setting hadern, wenn du das als Spielelement haben möchtest. Aber: Er ist und bleibt innerhalb dieses Settings aufgestellt.

Jeder Vampir muss Blut trinken. Nicht jeder Vampir will das, aber jeder muss. In der Camarilla regieren die Alten. Die Jungen sind die Akteure, meist ohne es zu wissen, aber sie sind es. Alt ist mächtig, jung nicht. Spielst du einen Jungen, dann finde dich damit ab, dass es mächtigere Charaktere gibt als deinen. Spielst du einen Alten, dann lass die Jungen tun, gib ihnen Aufgaben.

Alles, was dein Charakter kann, sollte sich einer IT-Logik unterwerfen. Besser sein wollen als Andere ist im VL sehr schwer, weil es eben nicht um's Gewinnen geht. Es geht darum, dass man eine dramatische Geschichte voller Leid innerhalb des Settings erzählt. Bleib da. Erzähle eine gute Geschichte, teile sie mit deiner Gruppe.

2. Du spielst in einer Gruppe. Immer.

Selten spielt man Larp alleine. Ich persönlich stelle mir das sehr langweilig vor, alleine zu spielen. Eine große Gruppe, oder gar eine Chronik, bietet viel Spielspaß, aber natürlich auch Konfliktpotential.

Alle Gruppen sind heterogen. Will heißen: Es gibt die unterschiedlichsten Charaktere, manche findest Du interessant, andere vielleicht langweilig. Natürlich spielt man schneller und leichter mit denen, die unser Interesse wecken. Aber: Die anderen haben auch eine Chance verdient. Man muss nicht immer das "Friede-Freude-Eierkuchen" Spiel auspacken, ganz im Gegenteil. Wenn dein Charakter jemand langweilig findet, dann zeig das in deinem Spiel. Wenn dein Charakter genervt ist, spiel es aus. Jegliche Gefühlsregung sollte in deinem Spiel erkennbar sein. Riskiere etwas, denn das bringt dir Spaß. Denk an die Anderen, die wollen auch Spaß haben. Denke nicht drüber nach, was du wem erzählst. Tu es einfach. Gib preis, was du mühevoll zuhause für den Charakter erarbeitet hast. Lass Geschichten passieren, verkrampfe dich nicht und verschließe dich vor neuen Spielerlebnissen, sondern geh offen und mutig auf deine Mitspieler zu.

P.Watzlawik: "Man kann nicht nicht kommunizieren!"

3. Du agierst auch offplay in einer Gruppe. Immer.

Es ist nicht nur wichtig, mit der Gruppe zu spielen. Es ist mindestens genauso wichtig, sich offplay gut in einer Gruppe zu bewegen. 

Tu nichts, dass Du selber von anderen beschissen finden würdest.

Ich habe schon viel erlebt, was ganze Gruppen gespalten hat. Sei es eine Sl, die ihre Spieler sitzen lässt, nicht ohne zuvor mit der Kasse abzuhauen oder aber Leute, die im Offplayraum ihrer Leidenschaft nachgingen. Rücksicht wäre in allen erlebten Dingen das gewesen, was die Gruppe gebraucht hätte.

Ich mag da gar nicht ins Detail gehen, weil ich davon ausgehe, dass ich es beim Larp immer mit erwachsenen Menschen zu tun habe.

Nur eine Sache: Denk auch offplay nicht nur an dich. Denk an deine Gruppe. Und wenn du nach Rom kommst, dann mach es halt einmal so wie die Römer, auch wenn dir das vielleicht nicht gefällt.

4. Was im Spiel passiert betrifft deinen Charakter, nicht dich.

Wohl der wichtigste meiner Punkte. Aber auch diese Medailie hat zwei Seiten.

1. Du solltest keine Ot-Gefühle in dein Spiel bringen.

Besonders dann, wenn du jemand OT nicht magst, geh zu der Person und schau dir den Charakter noch einmal mit dem Blickwinkel deines Charakters an. Ich weiß, nicht einfach. Aber sinnvoll. Wenn du jemand toll findest, nimm dir eine Auszeit und schau auch hier den Charakter aus dem Blickwinkel deines Charakters neu an. OT-Gefühle gibt es immer, wir spielen ja mit Menschen und jeder von uns ist mehr als nur sein Charakter. Wenn du dich darin übst, deinen Charakter entscheiden zu lassen, wenn er mag und wen nicht, dann gewinnt dein Spiel und ich vermute ganz stark: Auch das Spiel deiner Spielpartner.

Und Ot-Gefühle klärt man immer noch am besten OT. Egal welche.

2. Du solltest deinen Spielpartnern keine Ot-Beweggründe unterstellen. 

Ein großer Vertrauensvorschuss. Aber wichtig und richtig. Niemand den ich kenne, würde ich unterstellen, dass er mir im Spiel Dinge antut, weil er mich Ot nicht mag. Diese Spielwelt unterscheidet sich so massiv von der Welt, in der ich glaube zu leben. Vampire sind grausam, meine Freunde, mit denen ich ein Hobby teile, nicht. Das ist aber doch auch genau ihr Reiz, dass man im Spiel Dinge tun kann, darf und sogar soll, die im normalen Leben unmöglich sind.

5. Du trägst Verantwortung für das Spiel der Anderen.

Gerade einen Fall will ich hier herausgreifen: Neuspieler. Stell dir vor, du kommst in eine festgefahrene Gruppe, alle spielen untereinander, jeder hat Spaß, aber mit dir spricht und spielt keiner. Scheiße? Genau!

Jeder der neu in eine Gruppe kommt ist erstmal unsicher, ob seiner Rolle und seinen Mitspielern. Er kennt das Spiel und die Spielwelt vielleicht noch nicht. Derjenige ist gehemmt und nur sehr extrovertierte Leute schaffen es, von sich aus auf die anderen zuzugehen. Geh halt einfach Du hin. Es kostet dich doch maximal ein paar Minuten. Der Neuspieler kommt lieber nochmal, wenn er Spaß hatte und in die Gruppe, sowohl IT als auch OT integriert wurde.

 

25.5.13 12:27
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung